Sonntag, 25. Juli 2010

In der Pampa




Hola Alemania

Zurueck aud der Pampa - Endlich! Haben vor ein paar Tagen beschlossen nochmal einen Abstecher in den Dschungel zu machen. Zum einen weil wir dachten dass es da warm ist zum anderen weil uns schon viele Reisende erzaehlt haben dass man unendlich viele Tiere sehen kann im Amazonasbecken Boliviens. Auf unserem Dschungeltreck in Kolumbien waren wir zwar tief, tief, tief im Regenwald aber besonders viele Urwaldwewohner haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Also - auf in die Pampas...

Es gibt zwei Moeglichkeiten von La Paz aus ins Amazonasbecken zu kommen - Flug und Bus. Alle mit denen wir gesprochen haben haben uns vom Bus abgeraten - es sei wahnsinnig unangenehm, dauere ewig und sei kurz um die paar Dollar die man spart nicht wert. Trotz aller Warnungen haben wir uns fuer den Bus entschieden. Ich dachte viel schlimmer als in Guatemala, Kolumbien oder Nicaragua kanns ja wohl nicht sein... ...es sollte sich herausstellen dass ich mich da schwehr getaeuscht habe!!

Sind also am Vormittag zur Bushaltestelle gefahren, der Bus fuhr nicht etwa vom Terminal ab - sondern von einer alten stillgelegten Tankstelle am Rand von La Paz... erster Hinweis darauf dass die Fahrt alles andere als angenehm werden wuerde. Zweiter Hinweis: die Fahrt von 20 Stunden kostete 60 Bolivianos (7 Euro oder so) Aber wie gesagt - die Entscheidung war getroffen - also ab in den Bus. Sobald wir die Vororte verlassen hatten gings auch schon los... Schotterpiste ist noch untertrieben, rechts steile Felswaende, links immer knapp am Abgrund entlang. Stellt euch vor, jemand packt und schuettelt euch - 20 Stunden lang!! So ungefaehr haben wir uns gefuehlt. Dazu kam dass die Strasse nur breit genug fuer ein Fahrzeug war. Wann immer uns also etwas entgegen kam musste eines der beiden Fahrzeuge den Rueckwaertsgang einlegen... zurueck bis zur naechsten breiteren Stelle - was manchmal ziemlich weit war. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen sass neben mir ein offensichtlich sehr zuneigungsbduerftiger Bolivianer. Wie der bei dem Gewackel ueberhaupt schlafen konnte ist mir sowieso ein Raetsel - aber er hats getan - und zwar mit seinem Kopf auf meiner Schulter... ich hab ihn, -zu Beginn noch vorsichtiger - dann immer energischer zurueck auf seine Seite geschubst, was ihn nicht davon abhielt wenige Sekunden spaeter erneut meine Schulter als Kissen zu missbrauchen. 20 Stunden koennen verdammt lang sein das sag ich euch!!

Ankunft Rurrenabaque - ein kleiner Aussenposten der Zivilisation bevor es so richtig in die Wildniss geht. Als wir aus dem Bus ausgestiegen sind wurden wir von hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze begruesst - genau wie wir es uns vorgestellt hatten. Erster Weg: Ab ins Bett! Nachholbedarf! Nach einigen Stunden komatoesen Schlafs wurden wir von sinntflutartigem Regen geweckt... Regenwald - das kannten wir ja auch schon aus Kolumbien. Was jedoch neu war war dass die Temperatur mit dem Regen auf einen Schlag rapide nach unten ging... ploetzlich war alles grau - und es wurde richtig richtig kalt. Kein problem - wir haben uns ja gerade erst mit warmen Bergsteigerklamotten eingedeckt... sollte man denken! In Erwartung von Hitze und Sonnenschein haben wir all unsere warmen Sachen in La Paz gelassen und sind mit leichtem Gepaeck angereist... Wer kann auch sowas ahnen?!?  Naja - wer uns kennt der weiss dass wir uns von schlechtem Wetter nicht entmutigen lassen... also Guide gesucht und auf in die Wildniss. Der Plan war drei Tage auf dem Rio Beni herumzuschippern und herauszufinden was alles so kraeucht und flaeucht in der Pampa. Ach ja genau - Pampa is Quechua und bedeutet so viel wie Ebene. Unser Guide hat uns versichert dass es in Rurrenabaque NIE laenger als drei Tage kalt ist. Das machte uns Hoffnung da es bedeuten wuerde dass es die letzten beiden Tage unserer Expedition warm sein wuerde... diese Hoffnung sollte sich jedoch nicht bewahrheiten.

Erstmal gings von Rurre drei Stunden lang mit dem Jeep gen Norden. Dort tauschten wir den Jeep gegen ein Boot und machten uns flussaufwaerts auf den Weg zu unserem Nachtlager. Schon nach wenigern Metern auf dem Beni haben wir die ersten Flussbewohner erspaeht - Wahnsinn was es da alles gibt! Kaimane, Papagaie, Flussdelfine, Krokodile, Capiguaras (Riesenratten), jede Menge Voegel von denen ich die Namen vergessen hab und...Anacondas! Wollten unbedingt eine Anaconda sehn - alles andere war sozusagen Bonus... Aber Anaconda stand ganz oben auf dem Wunschzettel.

Die erste Nacht war ziemlich unangenehm... alles war feucht, es war kalt - und es gab nur eine Decke pro Person... Die waren einfach auch nicht auf Kaelte eingestellt. Was uns gerettet hat war das grosse Lagerfeuer - und die Tatsache dass wir kurz vor der Abfahrt noch beschlossen uns Regenponchos zu kaufen. Die sehn zwar bescheuert aus aber halten alles trocken...

Am zweiten Tag haben wir eine kleine Wanderung unternommen - Anacondajagd! Der Guide hat uns ziemlich entmutigt als er sagte hat dass es bei dieser Kaelte beinahe unmoeglich sei Anacondas zu finden da sie sich irgendwo verkriechen und sich kaum bewegen koennen... bloeden wechselwarmen Viecher!

Sind also in unseren Ponchos und Gummistiefeln durch den Matsch gestapft... und hatten - mal wieder - unerhoertes Glueck! In einer grossen Schlammpfuetze zeichnete sich der Umriss einer Schlange ab... Wir haben sie dann mit einem Stock dazu animiert die Pfuetze zu verlassen (ohne ihr zu schaden natuerlich!) Sie war zwar nicht riesig aber ist auf jeden Fall ein cooles Tier so eine Anaconda. Roberto, unser Guide hat beschlossen dass sie in einem Baum sicherer sei, da die Schmlammpfuetze bald austrocknen wuerde. Man sollte meinen dass so eine Schlange selber weiss was am besten fuer sie ist...aber er wird schon wissen wovon er spricht. Haben die Anaconda also zu einem hohlen Baum buxiert und sie hat sich auch gleich bereitwillig verkrochen. War cool - Anaconda in freier Wildbahn!

Den Rest des Tages sind wir auf einem Seitenarm herumgetuckert der auf Quechua "Mutter der Anaconda" heisst - das Wort hab ich leider vergessen. Da wir keine weiteren Riesenschlangen gesehen haben zweifle ich die Richtigkeit des Namens ohnehin an. Andererseits... man weiss ja nie was sich alles unter dem Boot im trueben schlammigen Wasser des Beni herumtreibt...

Nach dem Abendessen sind wir nochmal mit dem Boot los um nachtaktive Flussbewohner und Kaimane bei Nacht zu sehen... Checkt die Bilder!

Wieder zurueck im Lager haben wir ein dickes Lagerfeuer geschuert, uns aufgewaermt und ueber die Ereignisse des Tages geplaudert. Nach und nach haben sich alle in ihre Betten verkrochen... bis ich irgendwann allein am Feuer war. Die Lust auf meine Holzpritsche mit der duennen loechrigen Decke hielt sich komischerweise in Grenzen... habe also beschlossen die Nacht am Lagerfeier zu verbringen. Hab einen dicken Baumstamm nachgelegt und bin zu den Gerauschen des Dschungels ins Land der Traeume abgedriftet. War echt angenehm da am Feuer - wenns auch irgendwie unheimlich war nachts aufzuwachen mitten im Wald.

Am letzten Morgen haben wir nochmal einen kleinen Ausflug auf den Fluss gemacht um nach rosa Flussdelfinen zu suchen. Haben auch welche gefunden - leider hat mir keiner den Gefallen getan mir vor die Kamera zu springen. So warm wie irgendmoeglich eingepackt haben wir schliesslich die drei Stunden Rueckfahrt in den naechsten Ort angetreten. Nicht wirklich angenehm bei Regen auf dem Fluss aber wir hatten ja zum Glueck unsere Ponchos.

Zurueck in Rurrenabaque haben wir erstmal mit den Leuten aus unserer Gruppe die Rueckkehr in die Zivilisation gefeiert. Mussten dann noch einen extra Tag bleiben, da nach den starken Regenfaellen die Strassen aufgeweicht waren und keine Flugzeuge starten konnten. Am Tag darauf haben wir dann zum Glueck einen Platz im Flieger ergattert - und jetzt sind wir wieder zurueck in unserem zu Hause in Bolivien... Good Old La Paz.

Bis bald - Viele Gruesse, Bernd


Auf dem Weg in die Pampas


Unser alter Kahn

Fressen und gefressen werden...

"Blaugesichtige Irokesenhuehner" - den richtigen Namen hab ich vergessen - finde meinen eh passender!

Kaiman



Capiguara

So nah am Ufer... leichte Beute!



Der Vogel aus der Krombacher Werbung...

  Lazy Croc





 Eine ganze Familie Capiguaras


 Crocodile Zorn


 Wie die Huehner auf der Stange... kleiner Snack fuer die Krokodile


 Dem is auch kalt so wie er den Hals einzieht



 Auf der Flucht!


 ...warmer Tee waere uns lieber gewesen!

 Das Camp



 Roberto mit Amphibien-Fisch

 - ANACONDA -
 


 
 Lust auf Bernd zum Abendessen?

 Oder lieber Tino?






 Ab in den Baum mit dir!





 Anacondafutter?

 Tote Anaconda

 Totes Krokodil - angeblich ist ein Maedchen bei einer Tour vor einigen Wochen dem Krokodil auf den Kopf gestiegen. Hatte sich im Schlamm versteckt - Das Krokodil hat dem Maedchen ins Knie gebissen... ganze Kniescheibe weg. Die Geschichte ist ziemlich sicher wahr - ob das jedoch DAS Krokodil ist wissen wir nicht genau. Liegt aber nahe! Ziemlich weit ins naechste Krankenhaus koennt ihr euch sicher vorstellen.


 Auf dem Rueckweg haben wir eine Schildkroete gerettet die in einem fast ausgetrockneten Wasserloch sass - Jeden Tag eine gute Tat!


 Squirrelmonkeys

 Unsere Ausbeute beim Piranhafischen!

 Tino hat einen am Haken!

 Wir lassen uns nicht von Piranhas fressen - wir fressen die Piranhas! War abgefahren - haben einfach ein Stueck Fleich an den haken gehaengt und die Leine ins Wasser geschmissen - und Sekunden spaeter hat schon was gebissen... und zwar jedesmal... ziemlich agressive Biester!

 Aber noch so klein... haben alle wieder schwimmen lassen... die grossen sind wahrscheinlich zu clever.


 Chicken in a tree!

 Nachts auf dem Fluss...

 Die Augen haben echt so geleuchtet wenn man sie mit der Taschenlampe angestrahlt hat

 ...da lauern sie am Ufer...

 Devilcroc!

 Heart of Darkness



 ...kept me warm all night...

 Tino mit seinem neuen Freund - Herr Nielson



 "Flughafen" Rurrenabaque

 Unser Flieger bei der Landung

 Und ab nach La Paz!

Kommentare:

  1. netter Ausflug und geile Viecher

    Klugscheißmodus an: Deine "Capiguara" sind doch Wasserschweine und müssten daher eher oder auch "Capybara" heißen. Klugscheißmodus aus.

    grüße

    AntwortenLöschen
  2. Hey Clevershitter :-)

    Des Raetsels Loesung: Ein englisches Capybara ist ein spanisches Capiguara...

    Gruesse zurueck - Bis in ein paar Tagen in Wue

    Bernd

    AntwortenLöschen