Sonntag, 18. April 2010

Ciudad Perdida

Wir sind wieder zurueck aus dem Dschungel! Unsere Wanderung zur Verlorenen Stadt war ein unglaubliches Erlebnis. Die vergangene Woche war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Sechs Tage tief, tief, tief im kolumbianischen Regendwald. Fernab der Zivilisation auf der Suche nach der Verlorenen Stadt der Tayrona... Bilder sagen mehr als tausend Worte...

Die Reise begann mit dem Jeep bis ins kleine Dorf Machete Pelao am Rande der Zivilisation. Dort trafen wir unseren Fuehrer und unsere Reisegefaehrten, legten eine Wanderroute fest, packten unsere sieben Sachen und los ging die Wanderung... Beinahe puenktlich zum Aufbruch begann es in Stroemen zu regnen. Der Weg verwandelte sich in eine Matschige Rutschbahn und selbt kleine Rinnsale wurden zu reissenden Stroemen. Auf dem Bild sieht man die erste Flussueberquerung. Spaetestens da waren wir alle durchnaesst... und hatten noch drei Stunden Wanderung vor uns.

Eine weitere Flussdurchquerung... man kann an dem Bild die Stimmung ganz gut erkennen...Die Wanderung begann gleich echt HARDCORE...Ab in den Regenwald, stroemender Regen... durch die Fluesse... alles ist nass...
Tino - ganz Gentleman - hilft einer Reisegefaehrtin aus dem Wasser

Die erste nacht verbrachten wir in einem Haengemattenlager und lauschten den Geraeuschen des Dschungels. Am nachsten Morgen fragte uns Carlos, unser Guide, ob wir Interesse hatten zu erfahren wie man Kokain herstellt und dass es eine "Fabrik" in der Naehe gaebe... Haben ueberlegt und beschlossen dass wir die Gelegenheit, eine Kokainfabrik im kolumbianischen Dschungel zu sehen wohl so schnell nicht mehr bekommen... Das Bild oben zeigt alles was man zur Herstellung brauch... Kokablaetter und jede Menge Chemikalien... Koka waechst uebrigens ueberall hier... Eine "Nutzpflanze" wie Kaffee, Kakao, bananen oder Mais.


Der Typ hat uns dann alles erklaert und vorgemacht.. war sau komisch - aber auf jeden fall interessant! Kinder nehmt keine Drogen! Drogen sind schlecht fuer euch mmmmkay!! Und wenn man weiss was die da alles reinmischen dann is man sich noch sicherer dass einen das Zeug auf kurz oder lang unter die Erde bringt!!

Das Endprodukt...

Nach der Besichtigungstour der etwas anderen Art ging die Wanderung weiter. Vormittags war es trocken, was nicht viel half, da unsere Klamotten und Schuhe vom Vortag noch tropfend nass waren. Machte aber sowieso keinen Unterschied weil man wegen der Luftfeuchtigkeit eh nach wenigen Schritten schweissnass war - auch wenns nicht regnete. Zur Erfrischung konnte man ab und zu in den Fluss springen den unser Weg hin und wieder kreuzte. Wegen der aufgeweichten Fuesse und des meist recht unangebrachten Schuhwerks hatten 80% von uns schon jetzt wunde Stellen und fette Blasen an den Fuessen. Auch unsere Schuhe waren nicht gerade pefekt - sind ordendlich rumgerutsch - aber zumindestens waren sie bequem.


Im Laufe der Wanderung kamen wir an einigen Doerfern der indigenen Bevoelkerung vorbei. Alle Staemme die in der Gegend leben sind Verwandte der Tayrona... Die Tayrona selbst jedoch, die Gruender der Stadt, sind ausgestorben... Europaeische, von den Spanischen Conquistadoren eingeschleppte Krankheiten...

Ein Indianerkind das eine Ente vorm Regen retten will....

Am abend des zweiten Tages kamen wir hier an... unser Schlafplatz fuer die Nacht. Zu essen gabs eigendlich immes ganz OK. Reis, Bohnen, Bananen, ab und an Fleisch, morgens Eier... war absolut OK wenn man bedenkt dass man ziemlich weit weg vom naechsten Supermarkt ist... 

Wie immer... Morgens schien die Sonne und gegen 2 oder 3 fings an zu regnen

Hier im Wald waechst nichts fuer sich alleine. Auf jedem Stueck Holz waechst ein Pilz, auf dem Pilz ein Moos, und auf dem Moos sitzt ein Kaefer. Auf den Baeumen wachsen Orchideen, Wuergefeigen klammern sich an andere Baeume, jeder Stein ist mit Moos oder Grass ueberzogen, Lianen haengen von den Baumwipfeln... alles lebt!

 Abgefahrene Fruechte und...

 ...Blueten...

...in allen Farben...

...und Formen.

Wohlverdiente Pause am dritten Tag. Ab jetzt gings ins Herz der Sierra Nevada de Santa Marta... den ganzen Tag bergauf, bergab ueber einen Gebirgskamm nach dem anderen. Und das alles ohne richtigen Weg... Immer ab durchs Gebuesch.

Carlos unser Fuehrer mit einer indigenen Familie die unseren Weg kreuzte

Blick in eines der Taeler der Sierra Nevada

Dichter Regenwald

Riesenfels im Fluss, da konnte man uebrigens runterspringen in ein tiefes, vom Fluss ausgefressenes Becken.
Am Abend des dritten Tages erreichten wir das Basislager zu Fuessen der Verlorenen Stadt... Grund zu feiern... Unglaublich das Ariel eine Flasche Rum drei Tage mit sich mitschleppte... nur fuer diesen Moment!

Am naechsten Morgen machten wir uns daran die Verlorene Stadt zu erkunden... zuerst stand uns ein langer Anstieg bevor... Die Treppen zur verlorenen Stadt

Auf den letzten Metern...

Erster Anblick der Terassen. Die Haeser bestanden alle aus Holz und sind deshalb nicht erhalten. Was noch bleibt sind steinerne Stufen, Terassen und Mauern

Ciudad Perdida wird vom kolumbianischen Militaer bewacht um sie vor Grabraeubern und Guerilla zu schuetzen.

Das Tor zur Verlorenen Stadt

Auf den Spuren von Indiana Jones... Die Jungs am Ziel!

Haben uns dann gleich mal mit den Soldaten angefreundet... schliesslich weiss man ja nie...

Blick von der obersten Terrasse

Blick auf den oberen Teil der Stadt... Zoom in um die Wachsoldaten auf den Mauern zu erkennen

Carlos erklaert uns die Geschichte der Stadt, die Braeuche der Bewohner und das tragische Ende der Zivilisation, vor dem Felsen der Froschgottheit.

Das Ziel aller Anstrengungen - Ciudad Perida... Aber in Wahrheit war der Weg das Ziel. Die Wanderung an sich, das (Ueber-)Leben im Urwald war mindestens so interessant wie die Stadt an sich.

Bananen frisch vom Baum? Kein Problem!
Morgens wenn die Sonne raus kommt dampft der ganze Dschungel...

Wanderschuhe? Nein! - Matsch? - Ja!
Der vierte Tag sollte der mit Abstand haerteste werden. Nachdem wir morgens ausgiebig die Stadt erkundet hatten brachen wir zu einem fuenfstuendigen Marsch auf. Wie immer war auf den Regen verlass. Unser Weg fuehrte uns mit jeden Meter tiefer ins Unterholz, der Pfad war kaum noch zu erkennen, wir waren voellig durchnaesst... dazu kam dass einige in der Gruppe so langsam an ihre Grenzen stiessen. Die Gruppe funktionierte aber erstklassig und wir schafften es alle ans Ziel... Muede, nass und hungrig... aber zutiefst zufrieden! Und die Strapazen sollten sich lohnen!

Der Ort an dem wir die Nacht und den naechsten Morgen verbrachten ist einer der schoensten an dem ich in meinem gesamten Leben war! Ein Indianerdorf hoch UEBER dem Regenwald Kolumbiens... ein magischer Ort! Unglaublich... Kann ich euch garnicht beschreiben... 

Wir kamen in der Abenddaemmerung an, schlugen uns den Bauch voll und fielen erschoept ins Bett... erst im Licht des naechsten Morgens sollte sich die ganze Schoenheit des Ortes entfalten...

Unsere Unterkuenfte im Morgenlicht... Jeder Baum, jedes Blatt, jeder Stein leuchtete in der Sonne!

Der Sonnenaufgang war einer der magischsten Momente meiner Reise...
Ein Moment voelliger Zufriedenheit... Der Lohn fuer die Strapazen der letzten Tage...

Ohne Worte...
So wurde unsere Verpflegung transportiert, unsere treuen Begleiter, die Mulis. Gertunken haben wir Wasser aus den Fluessen.

 Fix, Tino und Carlos am Abgrund.

Und schliesslich... am sechsten Tag... Die Ankunft. Zurueck in der Zivilisation. Alle waren echt geschafft...  Aber die Eindruecke und Erlebnisse der letzten Tage zauberten einen zufriedenen Ausdruck selbst auf das muedeste Gesicht...

Die vergangene Woche werde ich nie vergessen.Wir waren an Orten von denen ich nie fuer moeglich gehalten haette dass es so etwas gibt. Haben unglaubliche Erfahrungen gemacht und einfach in vollen Zuegen gelebt...


Ich wuerde euch am liebsten noch 100 Bilder mehr zeigen und euch noch Seitenlang erzaehlen was wir alles erlebt haben... Aber das heb ich mir fuer ein andermal auf... Kann ich euch alles im August erzaehlen.



Schick euch ganz viele Gruesse - Bis bald


Bernd, Felix, Tino

Freitag, 9. April 2010

Farbenspiele

Laser-Waescheleine




Che Guevara is "n Scheiss dagegen!!

Die Daecher von Panama

Halloo? Fuechse sind garkeine Rudeltiere..!

Mangosaft... Because Mango makes a man go!!

Cartagena

Unser erster Stop in Suedamerika - Cartagena de Indias


Kamen spaet in der Nacht an und haben am Flughafen gleich mal Freundschaft mit ein paar Cops geschlossen. Kann ja nie schaden.... Diesmal is auch Tinos Gepaeck mit angekommen und alles hat gut geklappt. Die Stadt hat irgendwie zwei Gesichter... Die Vororte usw sind - wie eigendlich bei jeder Stadt - eher haesslich. Aber das Stadtzentrum ist echt vom allerfeinsten. Alles ist direkt am Wasser gebaut und von einer Stadtmauer umgeben. Die Mauern wurden gebaut nachdem die Satdt mehrmals von Piraten angegriffen und gepluendert wurde. Ist echt cool abend in der Altstadt rumzuchecken. Man kommt immer wieder durch verwinkelte Gassen auf kleine Plaetze. Ueberall sind Leute unterwegs, sitzen in Cafes, trinken Wein, Strassenkuenstler buhlen um die Gunst des Publikums... ein guter Ort an dem man einfach den ganzen abend lang durch die Strassen schlendern und sich im Flow der Stadt treiben lassen kann. Genau das haben wir auch gemacht... den Abend... und irgendwie auch die Nacht lang.

Ein paar erste Eindruecke aus Kolumbien:

-Alle wollen einem was verkaufen...Sonnenbrillen, Taxifahrten, Gras, Kokain, Frauen...kann echt nerfig werden... Hoffe das ist nur hier oben an der Karibik so und wird im Landesinneren besser!

-Wir sind Millionaere. Nicht weil alles so billig ist sondern weil ein Euro 2500 Pesos sind... Die Preise sind nicht so wie wir es uns dachten. Ist eben alles teurer geworden in den letzten Jahren... auch hier in Kolumbien. Auch hier hoffen wir dass die Preise Landesinneren bissl besser zu unseren leeren Geldbeuteln passen.

-Essen ist SoSo... Gut ist dass man fuer relativ wenig Geld ein ganzes Menue bekommt. Suppe, Hauptgericht und Getraenk. Schlecht ist dass das Essen das gleiche ist wie ueberall in Zentralamerika... Koennt aber schlimmer sein. Geil ist dass es ueberall voll die guten Fruchtsaefte gibt. Banane, Mango, Maracuya alles was man will. Oh ja genau - der Kaffee... Ich dachte eigendlich dass es in Kolumbien - endlich - richtig guten Kaffee gibt. Schliesslich wachst der doch hier... Nix da! Ein Kaffee mit milch sieht hier so aus dass man ein winziges Schlueckchen Milch bekommt und dann die Tasse mit pappsuesser Milch aufgefuellt wird. Baeh! Und auch ein schwarzer Kaffee ist so suess dass es einem den Arsch zusammenklabt. Pfui! Und wieder hoffe ich dass es im kolumbianischen Hochland besser wird.

-Kolumbien macht krank! Haben uns alle drei schon was eingefangen seit dem wir hier sind. Kopfweh, Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall - alles dabei. Werden uns aber schon noch dran Gewoehnen... Montezumas Revenge eben.

-Wenn man es mal schafft mit jemandem zu reden der nicht versucht was zu verchecken dann sind die Kolumbier sehr nett. Fix und ich sind gestern per Anhalter gefahren. Sehr nette Leute getroffen. Aufm Markt und in Restaurants - Leute sind immer nett und freundlich. Muessen so weit weg wie moeglich von den Tourienestern wies scheint!

-Es ist sau heiss! Heute hats 36 Grad. Staubig und heiss isses hier! Das wird aber auch anders wenns ab in den Dschungel geht.

-Ich denke wir haben erst gaaaaanz wenig an der Oberflaeche gekratzt... es gibt noch viel viel viel zu entdecken hier


Jetz aber zurueck zu Cartagena...

Da sich so ziemlich alles interessante innerhalb der Satdtmauern abspielt hatten wir nach zwei Tagen das Gefuehl alle gesehen zu haben und sind nach Taganga aufgebrochen.




Fix und Tino auf dem Weg durch Cartagena auf der Suche nach was zu beissen


Marktplatz

Lichtspiele in den Gassen von Cartagena

Tino mit Friedenstaube

 
Saftladen!!


Kolumbianisches Schoenheitsideal?? Wohl eher nicht - die Frauen haben hier naemlich auffaellig oft falsche Brueste... falsche Riesenbrueste!

Abschied aus Panama

 Ueber den Daechern der Stadt

 Das "Hotel" in dem wir die letzte Nacht in Panama verbracht haben war die uebelste Absteige in der ich jemald gepennt hab. Koplett mit Putz der von der Wand faellt und Krabbeltieren im Bett... Aber der Blick von der Dachterasse war geil!


...der Flug war gebucht... die Taschen gepackt... ein letzter Tag in der City und dann ab in den Fliescha... Ab nach Suedamerika...


 Festival im Casco Viejo am Abend des Tages an dem die Maedels abgereist sind. Vera, Ines ihr seit einen Tag zu frueh aufgebrochen... es gab Musik, Party und...eine Modenschau... :-)

 Der Panamakanal... sehr sehr langweilig war der Ausflug dahin! Wenn man sich ne Schleuse am Main anschaut hat man das gleiche gesehn!

 Die beste Kneipe in Panama City! Cafe Coca Cola! - Sehr zu empfehlen ist Lomo Asado, Arroz Frito con Pollo und Sandwich "CocaCola"

 Die Werkstatt in Chitre in der unser Mechaniker Manolo versucht hat - und noch imer versucht - die Frijolita wiederzubeleben

 Das Herz haben sie ihr rausgerissen, der armen... eine Tragoedie!

Ach Fuck! Die Bilder gehoeren eigendlich zu Santa Catalina. Hab ich verzockt... egal!

 Keine Angst - der will nur spielen! Den Iro hab ich mittlerweile wieder abgeschnitten...

Sunset Santa Catalina... Ich muss mal aufhoeren Sonnenunterganege zu fotografieren...

Die neue Besitzerin meines Bretts... Aura aus Venezuela

Tino bei der Abreise - Im Hintergrund unser Lieblingsresaurant

Santa Catalina II

Nachdem der ganze Ausreiseerlaubnis Kram erledigt war sind Tino und ich richtung Santa Catalina aufgebrochen um uns dort mit Fix zu treffen... und die Wellen zu geniessen. Schliesslich wuerden wir uns ja bei der Abreise aus Panama fuer einige Zeit vom Pazifik verabschieden. Tino hat die Gelegenheit genutzt um erste Surferfahrungen zu sammeln und Fix und ich hatten richtig gute BEdingungen draussen am Point. Nachdem wir ja jetzt wirklich so ziemlich ueberall in Panama waren sind wir zu dem Ergebniss gekommen dass Santa Catalina der beste Surfspot im Land ist. Wenn der Swell stimmt natuerlich...
Alles in allem war es eine coole Woche... Surf, sleep, eat... Genau das richtige nach der nervigen Zeit in der Stadt.

Tinos Surfsession...

 Ab in die Wellen
 Voller Einsatz
 Surferboooooooooy!!!
 Paddel!!

Taganga

Die Bucht von Taganga

Taganga liegt ca. 5 Kilometer von Santa Marta an der Karibikkueste Kolumbiens. Haben nach der Ankunft alle Hotels abgeklappert aber irgendwie nix gscheits gefunden. Dann hat uns jemand angesprochenund gemeint er vermietet ne kleine Wohnung neben seinem Haus. Hat sich gut angehoert und wir sind mit ihm mit. Hat uns dann erstmal voll ins Ghetto gefuert und uns kamer erste Zweifel. Hat sich aber rausgestellt dass alles cool ist... solange wir unsere Tuer absperren und das Gitter davor mit drei Vorhaengeschloessern sichern... Is schoen hier - aber was soll ich da gross erzaehlen. Schaut euch einfach die Bilder an. Tino macht seinen Tauchkurs und ihm "tauchts" brutal! Hat schon Seepferdchen, Muraenen, Sepias, Barrakudas und und und gesehen. Heute is er fertig geworden und deshalb wird heut abend seine bestandene "Pruefung" begossen. Ne kleine Wanderung haben wir auch schon unternommen. Entlang der Kueste von Bucht zu Bucht. War interessant - und anstrengend. Es ist unglaublich heiss und trocken hier.

Abgesehen davon dass wir ordendlich die Scheisserei haben gehts uns auch allen wieder gut. Ich lag nen Tag mit Kopfweh und Fieber flach, Tino hat gekotzt... Kolumbien scheint in sachen Viren usw nochmal ne andere Liga zu sein als Zentralamerika. Aber da gewoehnen wir uns schon noch dran.


Blick in die Bahia de Taganga
Auf der Wanderung

Playa Grande

Kolumbianische Kakteen

Hat fast bissl was von Kroatien... stimmts Mama, Papa, Stefan?

...Tino ist auch schon herber Local...

Hoffe mal die Haie haben keinen Appetit auf Tinos

Fischerboote im Hafen

So leben die Leute
Sonnenuntergang in Taganga - Licht und Schatten
Uebermorgen gehts auf ins naechste Abenteuer... wir unternehmen eine sechstaegige Exkursion in den kolumbianischen Dschungel... auf der Suche nach der Verlorenen Stadt! Die Ciudad Perdida ist eine Stadt aud Vor-Inka Zeiten. Sie war das kulturelle Zentrum der Tayrona Indianer. Der Ort wurde erst vor wenigen Jahren von Schatzjaegern entdeckt. Das Gebiet ist in der Vergangenheit bekannt gewesen fuer Guerillaaktivitaeten - aber in den letzten Jahren hat sich die Situation entspannt. Und seit 2003 wurden keine Touristen mehr entfuehrt... Total safe also!

Deshalb werdet ihr ein paar Tage nichts von uns hoeren... wenn alles glatt geht muessten wir am 17. April wieder zurueck sein. Also falls wir keinen Guerillas in die Haende fallen oder uns irgendwelche giftigen Tiere dahinraffen hoert ihr von uns so am 17. oder 18. April.

Keine sorge Mama - Wir passen gut auf uns auf! Versprochen!

Bis bald - Bernd

Samstag, 3. April 2010

Suedamerika!!!

Hallo Heimat

Juhuu! Es ist geschafft - wir sind in Kolumbien! Sind gestern abend von Panama nach Cartagena geflogen. Arg schoen ists hier!

Aber alles der Reihe nach... Also seit knapp zwei Wochen sind wir jetzt zu dritt unterwegs. Der Tino hat sich in Panama unserer Reisegruppe angeschlossen. Is saucool dass er da ist find ich. Der Start in seine Reise war allerdigs sehr holprig... Hier die Ausgangssituation: Fix war in Chitre um ein Ersatzteil fuer das Auto, das wir von einem zwielichtigen Typen in der Stadt gekauft hatten, zum Mechaniker zu bringen. Ich blieb in Panama City um den Tino vom Flughafen abzuholen. Der Plan war dass wir uns sobald der Fix das mit dem Auto ausgecheckt hat in Santa Catalina treffen und ne Woche da surfen bevors nach Kolumbien gaht... es sollte alles ganz anders kommen...

Erstmal hat das Teil nicht gepasst - der Typ hat uns sauber abgezogen... Lektion gelernt. Fix ist dann schonmal ab an den Strand und ich war mit dem Problem allein. Erschwehrend kam hinzu dass Tinos Gepaeck nicht mit ihm angekommen ist sondern noch in Caracas, Venezuela war. Das schlimmste war allerdings dass ich einen Eintrag in meinem Pass hatte, dass ich das Land nicht ohne mein Auto verlassen darf. Es sei denn ich verkaufe es offiziell. Um es zu verkaufen muss man es zuerst importieren, dazu muss es zum Zoll und jede Menge Prozeduren durchlaufen... Das konnte es ja aber nicht weils ja nicht mehr faehrt - und ausserdem in Chitre ist und wir in Panama City... Abgesehen davon dass alles zusammen an die 500 Dollar gekostet haette. Jede Menge Probleme also... Zwischenzeitlich sah es mal so aus als gaeb es echt keine Moeglichkeit fuer mich das Land zu verlassen... Ueble Nummer!

Also auf ans Problemloesen... Haben jemand von Tinos Fluglinie erreicht und die haben uns versichert dass sie wissen wo sein Gepaeck ist und dass sie es so schnell wie moeglich her schicken... An der Front also schonmal was erreicht... abwarten...

Hab dann jemanden gefunden der das Auto evtl kaufen wollte obwohl es nicht repariert war. David aus Mexico, Strassenmusikant und reisender Kunsthandwerkverkaeufer. Der erste Schritt war also getan. Dann gings daran die Papiere zu organisieren und die Ausreiseerlaubniss zu bekommen... Und da begann der HORROR! Ey ich sags euch - deutsche Buerokratie is ein Scheiss gegen Panama! Habe geschlagene DREI Tage auf Behoerden, Aemtern, bei Notaren, der Einwanderungsbehoerde, dem Zoll usw, usw verbracht... Das alles auf Spanisch und in der schwuelen Hitze der Stadt... Kein Spass! Jedenfalls haben wir beim Zoll einen Typ getroffen dem wir unser Problem geschildert haben. Der meinte dass es da und dort Leute kennt und "Freunde hat" die uns die Papiere besorgen koennen... Auf legalem Weg war nichts zu machen - da wir das Auto ja nicht zum Zoll bringen konnten. Dann kam noch dazu dass wir die Aufenthaltsgenemigung unseres Autos um mehr als 3 Wochen ueberzogen hatten. Strafe dafuer: 250 Dollar... Der Typ meinte er koenne auch das regeln... Haben also aus Mangel an Alternativen beschlossen ihm zu trauen und auf halb legalen Wegen zu versuchen an die Papiere zu kommen. Nach zwei Tagen stellte sich heraus dass unser fleissiges Helferlein in einschlaegigen Kreisen unter dem Namen " La Guitarra" bekannt ist... und angeblich der beste Mann in Panama ist wenn es darum geht Papiere zu organisieren an die man eigendlich nicht herankommt... Schonmal gut zu wissen...irgendwie!?! Nach 3 Tagen sah es so aus als koenne er die noetigen Papiere fuer das Auto tatsaechlich auftreiben - aber er konnte mir nicht mit meinem Pass helfen... Ich war also immernoch keinen Schritt weiter... immernoch kein Ausweg... und jetzt komplett auf mich allein gestellt. Kein Weg Panama zu verlassen... Kurz vor Ladenschluss bin ich also nochmal mit dem Taxi zum Zoll um alles auf eine Karte zu setzten. Ich wusste ja dass die Papiere die ich hatte nicht echt waren... und dass ich - wenn ich sie dort vorlege und die Leute sehen dass sie angeblich etwas abgestempelt haben oder unterschrieben - sie aber von dem Fall noch nie gehoert haben - sie evtl misstrauisch werden wuerden und es vieleicht gar keine Moeglichkeit mehr gibt alles zu klaeren.

Mir wars egal - ich musste es versuchen. Der zustaendige Mensch war - natuerlich - nicht zu sprechen... ich solle morgen wieder kommen... Da die ziemlich beleibte Sekretaerin ein rundes freundliches Gesicht hatte beschloss ich an ihr gutes Herz zu appellieren... Habe ihr erklaert dass ich ein armer Student bin, der seit einem halben Jahr weg von zu Hause ist, seit Tagen nur auf Behoerden rumhange, und doch einfach nur das Land verlassen will... Die Papiere seien alles was ich habe...Die Story - die ja auch wahr ist - kombiniert mit meinem besten Hundeblick haben ihr Herz dann schliesslich erweicht. Sie hat den Stempel aud dem Buero ihres Chefs geholt, mich ueber den Rand ihrer Brille angeschaut und unter einem langen, tiefen Seufzer meinen Pass abgestempelt... Hat mich auch mit einem halben Schmunzeln darauf hingewiesen, dass meine papiere allesamt keinen offiziellen Stempel haetten und sie sich schon denken koenne wo ich die her habe... Mit den Worten "Bueno, mi amor!" Gab sie mir meinen Pass zurueck... Ich war wieder FREI! Am liebsten waer ich ihr um den Hals gefallen!

Als ich aus der Buerokratiehoellen raus war und mich im Hostel wieder mit Tino getroffen hatte hatte auch der gute Neuigkeiten... Das Gepaeck war da! Innerhalb weniger Minuten hatte sich ploetzlich wieder alles zum guten gewendet... Dem Aufbruch nach Suedamerika stand nichts mehr im Weg! Wir haben also postwendend einen billigen Flug fuer uns drei gebucht, die Sorgen der lezteten Tage mit einigen Bieren weggeschwemmt und sind am naechsten Morgen endlich nach Santa Catalina aufgebrochen.

In dem Moment als ich endlich den Pazifik wieder sah war alles schon beinahe vergessen... und als ich meine erste Welle seit einer gefuehlten Ewigleit surfen durfte waren alle Sorgen in weite Ferne gerueckt... Haben eine ultra entspannte Woche in Catalina verbracht - die Wellen waren aller erste Sahne. Tino hat seine ersten Surfversuche gemacht. War ein perfekter Abschluss unserer Zeit in Panama.

Gestern abend sind wir in Cartagena angekommen - der erste Eindruck der Stadt ist sehr vielversprechend. Lass euch wissen was uns hier alles so passiert ist wenn ich das naechste mal schreibe.


Zum Abschluss wuensch ich euch allen noch Frohe Ostern - Der Tino laesst ausrichten dass es ihm gut geht - und ganz besondere Gruesse an seine Eltern.

Bin bald, Viele Gruesse - Bernd, Fix und Tino

Bilder folgen bald.