Donnerstag, 17. Juni 2010

Islas Ballestas

Buenos Dias Messias

Wir haben ein paar wahnsinnig ereignissreiche Tage hinter uns... Von Lima aus sind Tino und ich nach Pisco gefahren wo wir ein Boot organisieren wollten dass uns zu den Islas Ballestas rausfaehrt. Man nennt die Inseln auch das "Galapagos fuer Arme" weil man Humboldtpinguine, Seeloewen usw sehen kann der Trip aber statt 1000$ nur 10$ kostet. Gleich bei der Ankunft in Pisco sind uns jede Menge eingestuerzte Gebaeude aufgefallen. Haben kurz darauf rausgefunden dass 2007 ein Erdbeeben grosse Teile der Stadt zerstoert hat. Unzaehlige Familien haben ihr zu Hause verloren und viele auch ihr Leben - der Staat hilft kein bisschen um die Haeuser  wieder aufzubauen... Das schlimmste was wir gehoert haben ist dass es keinerleih Vorwarnung gab. In der Kapelle war gerade ein Gottesdienst im Gange als das Erdbeeben einsetzte. Die Kuppel ist eingestuerzt und 340 Menschen fanden den Tod... Wenn man sowas hoert stellt sich irgendwie schon die Theodizeefrage. Aber eine Antwort auf so eine Frage sprengt bei weitem den Rahmen meines kleinen Blogs. So blieb es bei einem kurzen Besuch am Denkmal des Ungluecks und der Hoffnung darauf dass die Menschen hier beim naechsten Erdbeeben, das unausweichlich kommen wird frueher gewarnt werden und besser vorbereitet sind.

Die angenehmere Seite unseres Besuchs in Pisco hat mit dem Fakt zu tun dass der traditionelle Schnaps in Peru Pisco ist - und aus Pisco kommt... Was macht man also Abends wenn man in einer Stadt ist die wie ein Schnaps heisst... Ja, richtig!!

Da wir schon vor unserem "kurzen" Besuch in der Bar beschlossen hatten am naechsten Morgen frueh - sehr frueh - zu den Inseln aufzubrechen haben wir uns im Morgengrauhen mit brummenden Schaedeln aus den Betten gequaelt und uns auf den Weg zum Hafen gemacht. Auf dem Weg bin ich in einen kleinen Laden um einen Kaffee zu organisieren. Hab dem alten Mann hinterm Tresen gesagt ich haette gern einen Kaffee zum mitnehmen ohne Zucker - worauf er mich angelacht hat, Ja gesagt, eine PORZELANtasse aus dem Regal genommen, Kaffee rein geschuettet und einen, zwei, drei fette Loeffel Zucker rein hat - aufgrund meiner eher kater- als katzenhaften Reflexe konnte ich erst nach dem dritten Loeffel intervenieren. Hab also gesagt ich will doch gar keinen Zucker. Da schaut mich der Alte an, lacht - und schuettet noch einen vierten grossen Loeffel rein... Woran genau unser Missverstaendniss lag werd ich wohl nie rausfinden... Wie auch immer - wir haben die in unserem Zustand durchaus anspruchsvolle Aufgabe Fruehstuck zu finden dann doch noch gemeistert und sind am Hafen angekommen.

Raus gings mit dem Boot eine halbe Stunde zu den Inseln. Ein wirklich beeindruckendes kleines Oekosystem sind diese Ballestas! Die Gewaesser sind voll von Plankton und Fischen (der gute alte Humboldtstrom), genug Nahrung fuer tausende und abertausende von Voegeln, Seeloewen - und Pinguinen. Das witzigste ist finde ich welche Rolle der Mensch in diesem Mikrokosmos spielt. Wir jagen hier nicht etwa die Seeloewen oder fangen die Fische - was uns interessiert ist... Die Vogelscheisse!! Ja echt! Guano - der beste Duenger aufm Markt - Hier gibts so viele Voegel dass die ganze Insel voller Vogelkacke ist und die Leute auf die Insel kommen und "ernten". Ist eine richtige Industrie! Sau witzig irgendwie... wir essen nicht die Tiere sondern wir sammeln ihren Kot um Pflanzen zu zuechten die wir dann an andere Tiere verfuettern, die wir dann essen... da soll einer durchblicken?!?


Die Jungs auf dem Boot

Kueste und Pelikane im Tiefflug

Sieh genauer hin! Der "Candelabro" - ein ins Gestein gegrabenes Bild aus Vor-Inkazeiten

Erster Blick auf die Inseln

Torbogen

Schroffe Kueste, starke Stroemung - Jede Menge Voegel


Humboldtpinguine - die kleinsten Pinguine der Welt

Noch mehr kleine watschelnde Fraktraeger


Kormorane mit Krabbe - aus der Ferne sehen die Inseln aus als waehren sie schwarz - Sind komplett uebersaet mit Voegeln


An diesen Landebruecken legen die Leute an die Guano ( Vogelkacke) ernten

Privatsphaere haben die Voegel nicht... jeder Zentimeter ist besetzt

Seeloewen - essen bis zu 20 Kilo Fisch am Tag und auf ein Maennchen kommen 7-20 Weibchen... Was fuer ein Leben!



Jede Menge Frauen, jede Menge Essen - und es wird noch besser - Die Seeloewen sind so "faul" dass sie sich von der Flut auf einen Felsen spuelen lassen und dann da oben chillen bis die Flut das naechste mal kommt und sie wieder mitnimmt...

Was ich noch nicht erwaehnt hab ist dass sie zwischendurch auch mal eben 2 bis 3 Tage auf dem offenen Meer verbringen um zu jagen - da hat man sich dann auch eine Pause verdient. So - genug random facts ueber Seeloewen!

Chiller!

Moewen im Tiefflug

Pelikan am Strand

Supermario haelt sich heute mit Pelikanfuetterung ueber Wasser - Entweder es gibt einfach keine Prinzessinen mehr zu retten - oder Nintendo bezahlt seine Heden ziemlich schlecht.

Noch am selben Abend sind wir nach Huacachina weitergereist - ein Oase mitten in der Wueste. Von da aus blogge ich gerade. Es gaeb schon wieder ne Menge zu berichten... Sandboarden, riesige Sandduenen, ein Oase, Papageien, Wuestenbuggies und, und, und... Das muss aber bis zum naechsten mal warten.

Hasta luego - Bernd

Mittwoch, 16. Juni 2010

Lima

Hola Amigos

Es gibt nicht viel zu erzaehlen ueber unsere paar Tage in Lima. Deshalb mach ichs auch nicht. Was cool war dass man mal wieder bissl Longboarden konnte. Is eine spitzen Art, eine Stadt kennenzulernen. Einfach biccl rum rollen und sehn wo es einen so hinverschlaegt. In lima ist alles grau! Die Stadt ist abgesehen von ein paar alten Gebaeuden nicht besonders attraktiv. Dazu kommt das Wetter - hier ist den kopletten Winter ueber Nebel!...  "Garúa" sagt der Limeno... Ein grauer Schleier der das halbe Jahr ueber Lima liegt. Zum Glueck muss ich hier nicht wohnen!

Surfen kann man auhc in Lima. Der Fix war nochmal im Wasser. Ich hab mein Brett in Huanchaco verkauft. Fix hat versucht es in Lima loszuwerden. Der Typ auf dem Foto is ein Paddle Boarder. Die stehn auf ihren Boards und paddeln mit dem Paddel in die Welle - ziemlich uncooler Sport wenn man mich fragt!

Lima und die Jungs spiegelverkehrt

Mahador beim Snacks kaufen - die sind alle so klein hier!! Ich komm mir manchmal vor wie ein Riese - und dabei bin ich jetzt nicht soooo gross... Fuer jemand der 2m ist is Peru sicher lustig!

Fix und Bernd auf dem Weg zu "Polvos Azules" - das is ein Schwarzmarkt fuer allerlei gefaelschte oder geklaute Sachen. Von Klamotten ueber Elekronik bis zu Schuhen - Hier gibts alles, alles ist billig und das meiste ist fake! Wir haben uns zur WM drei "original" Deutschland Trikots rausgelassen.

Ein Farbklecks im grauen Lima


Tino und ich waren am letzten Tag in Lima im Nationalmuseum. Ausser ein paarinteressanten Fakten ueber Incas, Chimu, Paracas und diverse andere Kulturen in Peru wars nicht so der Knaller... der interesanteste Teil war die Busfahrt durch Limas Verkehrschaos. Es gibt offensichtlich zumindestens einige Maenner die zu Multitasking faehig sind. Einer davon is Busfahrer in Lima. Fahren, Essen, Hupen, Fluchen, mit den Deutschen Touries ueber die WM quatschen und mit den Frauen im Bus flirten... alles kein Problem! Oh ja - das Museumsgebaeude ist - natuerlich - ein grosser grauer Klotz... Lima eben.



Was ich noch schreiben muss ist dass Fix und ich beschlossen haben dass sich unsere Wege nach Lima wieder trennen. Diesmal nicht weil wir verschiedene Ziele haben sondern weil es besser ist wenn fuer den Rest der Reise jeder sein eigenes Ding macht. 

Das wars aus Lima - Bis bald, Bernd

Montag, 14. Juni 2010

Deutschland - Australien

 4 : 0


 







 Ich mag sie ja schon die Australier... aber 4:0 is trotzdem geil!! Ole Ole!!

Chan Chan

Hallo Zusammen


Am letzten Tag bevor wir aus Huanchaco abgereist sind hab ich es dann doch noch geschafft die Ruinen von Chan Chan zu besichtigen... vorher bin ich eine ganze Woche vor lauter nichtstun irgendwie nicht dazu gekommen. In Huanchaco ist es nur zu einfach sich von der Atmosphaere "einschlaefern" zu lassen. Wirklich spektakulaer war es zwar nicht - aber da es die wichtigste archaeologische Staette der Chimu-Kultur in Peru ist (das sind die Jungs die vor den Incas da waren) wollt ichs einfach sehen. Man musste seine Vorstellungskraft schon etwas anstrengen um nachvollziehen zu koennen wie die Stadt frueher mal ausgesehen hat, da ausser Mauerresten nicht viel erhalten ist. Aber wenn man die Stadt vor seinem geistigen Auge wiedr auferstehen laesst und sich vorstellt wie ausgekluegelt das System aus Brunnen, Kanaelen, Mauern und Tempeln usw. damals gewesen sein muss dann versetzt einen das schon ins Staunen... vor allem wenn man sieht wie chaotisch, kreuz und quer und nach dem Motto "hauptsache es funktioniert irgendwie" die Peruaner heute bauen - und ueberhaupt die meisten Dinge angehen.


Die groesste aus Lehmziegeln gebaute Stadt de Welt

Der Eingang zu den Ruinen von Chan Chan


Von Huanchaco haben wir dann den Nachtbus nach Lima genommen. Und zwar den Deluxe-Nachtbus!  Hatten ultrabequeme Sitze, haben was zu Essen uns Trinken bekommen, es gab so etwas wie Stewardessen und wir sind ohne Stops durch die Nacht geglitten. Mit Abstand der beste Bus den wir auf der Reise hatten.


Zufallsprodukt beim rumspielen mit der Kamera, Blick von der Terasse unseres Hostels in Huanchaco


Huanchacos Dorfkirche in der Nacht

 

 
Was in Lima so los war erzaehl ich euch beim naechsten mal.

Viele Gruesse und jede Menge Spass beim WM schaun, Bernd

Sonntag, 6. Juni 2010

Huanchaco - Chicama

Die Bucht von Huanchaco

Caballitos de Totora - Die Fischer haben hier so kleine Boote die einfach nur aus ner Art Bast zusammengebunden sind. Damit surfen sie wenn die Netze voll sind auf den Wellen zurueck zum Strand.

Dorfkirche... wie so oft beinahe so gross wie der Rest vom Dorf


El Muelle de Huanchaco

Der coolste Bewohner unseres Hostels!


Meet the locals!

Teenage Mutant Surfer Turtles

Die Schildkroete checkt den ganzen Tag im Hostel rum. Wenn man nicht aufpasst dann geht sie immer in die Zimmer und keiner weiss mehr wo sie ist. Gestern hab ich ihr ein Stueck Mango gegeben und wollte ein Foto davon machen. Als ich grad gecheckt hab obs was geworden ist hat sie mich glatt in den Zeh gebissen! Naja gebissenis uebertrieben... gezwickt vieleicht. Und sie hats sicher nicht boese gemeint! Im Hintergrund is uebrigens unser Zimmer.

Deluxe, deluxe, deluxe Frueckstueck. Wir kaufen immer aufm Markt ein, spottbillig und lecker ohne Ende!

Chiller Tino

Burger Action!!! Da es hier eine Feuerstelle und nen Grillrost gibt haben wir die Gelegenheit genutzt... Alles Fertig...

Feuer machen, Fleisch auf den Grill... schon gibts Burger fuer ALLE!!


Weil wir schon beim Essen sind... Im Restaurant nebenan gibts Apfelkuchen mit Vanilleis! Da freut sich der Tino! Und der Rest auch!!

Tino paddelt in den Sonnenuntergang

...und surft wieder zurueck.


Huanchaco in der Daemmerung


So einladend zieht das Wasser oft aus... und es ist SAUKALT! Man muss sich also schon ueberwinden rauszugehen!

Haessliche Welle... an den meisten Tagen wars besser

Uferpromenade, hab bissl mit der Kamera rumgespielt... Mach Blau zu Gelb

Endlich gabs mal wieder sowas aehnliches wie Asphalt... auf zum Brettln!






Chicama

Gestern waren Fix und ich in Chicama. Was gibts da? Die laengste Welle der Welt! Angeblich... also wie das immer so ist muss natuerlich alles passen, Swell, Wind, Tide usw. - aber wenn alles stimmt kann man hier ca. zwei Minuten am Stueck eine einzige Welle surfen... 2km von DropIn zu DropOut. Also ganz so wars nicht als wir da waren aber man konnte das Potential sehen und die Wellen waren auf jeden Fall nicht zu verachten.

Blick von den Klippen bei der Ankunft... schoene Lines!

Kueste wie immer in Peru... karg!

Perfect Wave - Worlds Largest... also largest sicher nicht... aber longest is gut moeglich!


Man sagt dass in Chicama erst die Beine muede werden und dann die Arme... weil jeder Ride so lang ist...



Leider ist die Welle nicht so perfekt gebrochen, musste immer vollgas geben um nicht im Closeout zu landen... was manchmal trotzdem nicht zu vermeiden war. Macht aber nix! Man wartet einfach da wo es einen zerbroeselt hat bis die naechste Welle kommt. Zum zurueckpaddeln waere es sowieso viel zu weit. Das macht man dann bis man in die Naehe des Stegs kommt. Von dort laesst man sich entweder bonzenmaessig mitm Boot wieder zurueck fahren oder man laeuft am Strand entlang zurueck zum Point und paddelt wieder raus. Manche Leute nehmen auch ein Taxi weils so weit ist ... wir sind natuerlich brav gelaufen!


 Waren (wie immer) in Style unterwegs! Die Jungs vom Surfshop haben uns in ihrem VW Bus mitgenommen... Da werden Erinnerungen an Mittelamerika wach!


So ungefaehr haette es ausgesehen wenns die Frijolita nach Peru geschafft haette... Nur dass sie nie in so gutem Zustand war.



So das wars schon - viele Bilder wenig Text... Bis bald, Bernd